Die Südtiroler Grünen haben eine Landtagsanfrage (Nr. 614/25) eingereicht, mit der sie unter anderem in Erfahrung bringen wollen, wie die Landesregierung die neuen italienischen Bildungsrichtlinien für Kindergärten, Grund- und Mittelschulen bewertet, ob unser Land von den darin enthaltenen Vorgaben ausgenommen ist und ob es dazu schon einen Austausch zwischen Bozen und Rom gab.
Anstatt Kinder zum kritischen Denken zu bilden, soll ihnen ein einseitiges, nationalistisch gefärbtes Geschichtsbild vermittelt werden. Die Vergangenheit wird nicht als komplexes Geflecht von Ereignissen dargestellt, sondern auf eine Erzählung reduziert, die Helden und nationale Symbole in den Vordergrund rückt – und das bereits in der frühen Kindheit, laut den neuen Richtlinien.
– Landtagsanfrage Nr. 614/25
Demzufolge stünden bereits in der Grundschule die Nationalhymne sowie das Risorgimento auf dem Programm.
Geschichten von Märtyrern, Gefangenen und heroischen Schlachten, um die »nationale Identität« zu formen.
– Landtagsanfrage Nr. 614/25
Wie schon im Faschismus, so die Grünen weiter, werde zudem die Antike zur »Grundlage für das Wesen der Nation« gemacht.
In der zweiten Klasse der Mittelschule solle zudem am Beispiel Italiens gelernt werden, wie man eine Nation gründet.
Dazu kommt ein pädagogischer Rückschritt: Statt moderner, interaktiver Lernmethoden setzt man wieder auf reines Auswendiglernen von Jahreszahlen und Heldengeschichten.
– Landtagsanfrage Nr. 614/25
Südtirol hat leider noch immer keine primäre Zuständigkeit für die Schule und kann — zumindest was die italienischsprachige Schule betrifft — wahrscheinlich kaum eigenständig entscheiden. Zudem hat sich die SVP genau jene in die Landesregierung geholt, die die nationalistische Gesinnung der römischen Regierung uneingeschränkt teilen. Wie der für italienische Schule und Kultur zuständige LH-Stellvertreter Marco Galateo (FdI).
Großer Widerstand ist da wohl auch aus politischer Sicht eher nicht zu erwarten. Schließlich sind auch hierzulande Schülerinnen längst »zum Tode bereit«.
Schon seit vielen Jahren geht die Ausrichtung der Schulprogramme in Italien immer mehr in Richtung Nationalismus. Eine Entwicklung, die mit Silvio Berlusconi (FI) ihren Anfang genommen hat, von allen politischen Seiten mitgetragen wurde und auf die die neofaschistischen Kräfte heute aufbauen können.
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