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  • Estacien que vèn, Marselha.

    La città di Marsiglia sta introducendo gli annunci della metropolitana in forma bilingue, francese e provenzale, che è la variante locale della lingua occitana. In questo modo la metropoli della Provenza segue l’esempio di Tolosa, dove gli annunci delle stazioni in occitano erano già stati introdotti nel settembre del 2009.

    L’occasione per lanciare questa innovazione è la Coppa del mondo di rugby, che si svolgerà in varie città dello stato francese tra l’8 settembre e il 28 ottobre prossimi, ma anche la visita del Papa a Marselha, questo il nome della città in occitano, prevista per il 22 e 23 settembre. Entrambi gli eventi ovviamente attireranno molte persone anche da fuori città.

    L’implementazione del bilinguismo, relativamente alle diciotto stazioni della linea M1 e alle tredici fermate della M2, rappresenta un primo passo per ridare maggiore presenza e visibilità all’occitano nella sfera pubblica. E se i due eventi, quello sportivo e quello religioso, sono il contesto ideale per presentarsi al mondo come città provenzale, è comunque previsto che gli annunci bilingui vengano mantenuti definitivamente. E, anzi, in un secondo momento RTM, gestore pubblico dei trasporti nell’area metropolitana, conta di tradurre anche gli annunci nei tram.

    Inoltre, anche la società statale di trasporti ferroviari (SNCF) già da qualche anno è impegnata nella parificazione delle lingue cosiddette regionali.

    E in Italia?

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Familie eines ehemaligen britischen Regierungschefs entschuldigt sich für Sklaverei.

    Die Nachfahren von William Gladstone (1809-1898) haben angekündigt, bald in die Karibik reisen zu wollen, um sich dort bei der Bevölkerung für die Sklaverei zu entschuldigen. In erster Linie geht es dabei um den Vater des viermaligen britischen Premierministers — denn John Gladstone war einer der größten Sklavinnenhalter der Geschichte von »Britisch Westindien«. Dessen Gebaren bezeichnet sein Nachfahre Charlie Gladstone ohne Umschweife als »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«. Als er davon erfahren habe, sei er schockiert und verstört gewesen.

    Zum 200. Jahrestag des Sklavinnenaufstands von Demerara wollen Charlie und fünf weitere Familienmitglieder aus zwei Generationen nach Guyana reisen, um sich bei den Menschen vor Ort zu entschuldigen. In einem Communiqué bekannten sie unter anderem:

    Wir denken, dass sein Handeln ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellt und möchten die Bevölkerung von Guyana um Verzeihung bitten. Uns ist bewusst, dass wir die Vergangenheit nicht verändern können, doch wir denken, dass wir die Zukunft verbessern können.

    Übersetzung von mir

    Demerara war eine Kolonie in Südamerika, die später in Guyana aufging. Der dortige Aufstand, der mit großer Brutalität niedergeschlagen wurde, wird als wichtiger Beitrag zur Beendigung der Sklaverei betrachtet.

    In John Gladstones Zuckerplantagen sollen über 2.500 afrikanische Sklavinnen ausgebeutet worden sein. Als das britische Sklavereiverbot von 1833 in Kraft trat, war er einer der größten Profiteure von Ausgleichszahlungen, die das Land den Sklavenhalterinnen zuerkannte — nach heutigem Wert fast 12 Millionen Euro. Sein Sohn William, der spätere liberale Premierminister, hatte die Sklaverei im Parlament verteidigt und dann für die Entschädigung seines Vaters gekämpft. Einige Jahrzehnte später soll auch er sich von dieser Familienschande distanziert haben.

    Ihre Nachfahren wollen es aber nicht bei rein symbolischen Gesten belassen, sondern haben gemeinsam mit der Universität von Guyana auch die Einrichtung eines Fonds zur Erforschung der Sklaverei und ihrer Folgen angekündigt, den sie zunächst mit einer Spende von 100.000 Pfund (knapp 120.000 Euro) ausstatten wollen. Damit solle auch anerkannt werden, dass sich die Sklaverei bis heute auf die Gesundheit und auf den sozioökonomischen Status vieler Menschen weltweit negativ auswirke.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05



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  • EU: Spanien beantragte Anerkennung von Baskisch, Galicisch und Katalanisch.

    So wie von Carles Puigdemont und seiner Partei Junts gefordert, hat die spanische Übergangsregierung bei der EU bereits offiziell die Anerkennung von Baskisch, Galicisch und Katalanisch als Amtssprachen beantragt. Es handelt sich dabei um eine von mehreren Bedingungen, die die katalanische Unabhängigkeitspartei für die externe Unterstützung einer weiteren Regierung unter Führung von Pedro Sánchez (PSOE) gestellt hat, nachdem PP und Vox neulich keine eigene Mehrheit für die Bildung eines Kabinetts erringen konnten. Ausdrücklich hatte Junts gefordert, dass es sich bei den Zugeständnissen von Sánchez nicht nur um Lippenbekenntnisse handeln dürfe, sondern dass schon vor seiner Bestätigung im Amt konkrete Schritte nötig seien.

    Ein weiterer dieser Schritte war die offizielle Ankündigung der neuen Kongresspräsidentin Francina Armengol (PSOE), dass Baskisch, Galicisch und Katalanisch schon in Kürze zu Arbeitssprachen dieser Kammer des spanischen Parlaments erhoben werden.

    Vor wenigen Wochen hatte die EU auf Anfrage offiziell mitgeteilt, dass noch nie eine spanische Regierung förmlich die Anerkennung der drei Minderheitensprachen als Amtssprachen der Union beantragt hatte, obschon dies schon mehrmals — unter anderem von José Rodriguez Zapatero (PSOE) — versprochen worden war. Diese Bestätigung hatte in den jeweiligen Regionen für Unmut gesorgt.

    Doch nun veröffentlichte die geschäftsführende Regierung von Pedro Sánchez einen Brief des Außenministeriums, den der Ständige Vertreter Spaniens bei der EU, Marcos Alonso, am 17. August um 8.18 Uhr der Generalsekretärin des Rats der EU übermittelt hat und mit dem das Land nun förmlich um die Anerkennung der drei Sprachen bittet. Die Angelegenheit könnte schon am 19. September im Rat behandelt werden, dem Pedro Sánchez aufgrund der derzeitigen spanischen Ratspräsidentschaft selbst vorsitzen wird. Das Verfahren kann sich insgesamt jedoch in die Länge ziehen und erfordert die Zustimmung aller Mitgliedsstaaten.

    Die Anerkennung einer Sprache als Amtssprache der EU hat zahlreiche konkrete Folgen. So können EU-Abgeordnete, ungeachtet ihrer Herkunft, die jeweilige Sprache im Parlament benutzen. Bürgerinnen können sich in dieser Sprache dann auch an die gemeinschaftlichen Institutionen wenden, einschließlich der Justizbehörden der EU. Die Union ist verpflichtet, die Sprachen auch in der öffentlichen Kommunikation zu berücksichtigen. Ferner gibt es Rechte, die EU-Richtlinien auf Amtssprachen der EU beschränken, etwa bei der Produktetikettierung. Dies würde sich auf Baskisch, Galicisch und Katalanisch ebenfalls positiv auswirken.

    Deutsch ist als Amtssprache von Deutschland, Belgien, Luxemburg und Österreich schon seit jeher auch eine Amtssprache der EU, was Südtirol zugute kommt. Für anerkannte Minderheitensprachen des italienischen Staates (einschließlich Ladinisch), die nicht gleichzeitig die Amtssprache eines oder mehrerer Mitgliedsstaaten sind (wie Französisch, Slowenisch), wurde ein derartiger Status noch nie von Italien beantragt. Katalanisch sprechende Bürgerinnen aus Alguer könnten aber genauso wie die aus den zu Frankreich gehörenden Teilen des Baskenlands und Kataloniens schon bald in den Genuss der Vorteile kommen, die Spanien jetzt für die jeweiligen Minderheitensprachen beantragt hat.

    Cëla enghe: 01 02 03 04



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  • Femizide in Südtirol.
    Zahlen und Fakten

    Nie wäre ich auf die Idee gekommen, einen Artikel wie den folgenden zu verfassen – und schon gar nicht zu einem Zeitpunkt, an dem der Mord an einer jungen Südtiroler Frau noch in den Schlagzeilen ist. Die Pietät würde Zurückhaltung gebieten. Doch leider sind unmittelbar nach der fürchterlichen Gewalttat eine Reihe pietätloser, undifferenzierter und rassistischer Kommentare von JWA (“Schluss mit heuchlerischen Phrasen und verlogenen Worten. Wir brauchen endlich Taten: Migrationsstopp und Rückführungen – bevor noch eine Einheimische sterben muss.”), STF (“Südtirol ist geschockt vom brutalen Mord, den ein Ausländer an einer jungen Südtirolerin begangen hat. […] Süd-Tirol hat kein Problem mit Männern, sondern mit gewalttätigen Ausländern!”) u.a. durch die Medien und Internetforen gegangen, die man in ihrer generalisierenden Unsäglichkeit so nicht stehen lassen kann und denen auch mittels Tatsachen begegnet werden muss.

    Das Organisationsteam des Frauenmarsches hat nach dem Mord an C. F. M. im August 2023 eine Liste der Femizide in Südtirol seit 1992 veröffentlicht. Demnach gab es in diesen etwas mehr als 31 Jahren 35 Femizide durch soweit man weiß 30 Täter. Einer der Täter hat in diesem Zeitraum drei Frauen ermordet. Ein anderer möglicherweise zwei, denn es gibt für einen zweiten Mord offenbar ein Geständnis, aber keine Verurteilung. Ein Täter hat neben seiner Frau auch die beiden Töchter im Alter von 4 und 1,5 Jahren umgebracht. Ein Mord wurde bis heute nicht aufgeklärt. Mindestens ein in der Liste angeführter Femizid wurde nicht als Mord, sondern als Körperverletzung mit Todesfolge eingestuft, ein weiterer als fahrlässige Tötung. In einem Fall war der Täter unzurechnungsfähig. Der Mord an L. P. und ihrem Ehemann P. N. durch deren Sohn im Jahr 2021 wurde vom Frauenmarschteam nicht als Femizid gelistet.

    Ich habe jeden einzelnen gelisteten Fall nachrecherchiert und Folgendes festgestellt:

    Alle 35 als Femizid gelisteten Taten wurden von Männern begangen, von denen 18 Inländer und 11 Täter mit Migrationshintergrund waren (1 Täter unbekannt, 3 inländische Täter Mehrfachmörder). Somit wurden 31% der Morde an Frauen in den vergangenen drei Jahrzehnten von zugewanderten Tätern begangen. Menschen mit Migrationshintergrund sind in dieser Statistik tatsächlich im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil (dieser lag 2021 bei 9,7%1Der Ausländeranteil in Südtirol ist in den vergangenen 30 Jahren stark gestiegen. Das bringt beim prozentuellen Vergleich der Herkunft der Täter zwangsläufig eine Unschärfe mit sich, weil ich für alle Vergleiche zur Situation als Referenzjahr 2021 verwendet habe. Grobe Trends lassen sich dennoch erkennen.) stark überrepräsentiert. Diese Überrepräsentation von Menschen mit Migrationshintergrund in Bezug auf derartige und ähnliche Gewalttaten lässt sich vielerorts beobachten. Ein Grund dafür ist, dass in dieser Bevölkerungsgruppe meist die Hauptdelinquentengruppe (junge Männer) im Vergleich zur angestammten Bevölkerung stark überrepräsentiert ist; d.h. die autochtone Bevölkerung ist durchschnittlich älter und weiblicher und allein schon aufgrund dieses demografischen Merkmals grundsätzlich weniger kriminell.

    Aufgeschlüsselt nach Staatsbürgerschaften und — bei den italienischen Staatsbürgern — nach vermuteten Sprachgruppen2Da in der Berichterstattung zu den Mordfällen die Sprachgruppenzugehörigkeit natürlich nicht angegeben wird, habe ich aufgrund von Vor- und Nachname auf die Sprachgruppe geschlossen. Das ist zwar eine weitere Unschärfe, aber aufgrund der geringen Fallzahlen (1 Femizid = 3% aller 35 Femizide) geht es weniger um eine prozentgenaue Auflistung als vielmehr um grobe Tendenzen. zeigt sich folgendes Bild der Täter:

    Anz. TäterStaatsbürgerschaftAnteil
    18Italien (gesamt)60,00%
    13– Italien (dt. Name)43,33%
    4– Italien (it. Name)13,33%
    1– Italien (lad. Name)3,33%
    3Deutschland10,00%
    2Österreich6,67%
    1Tunesien3,33%
    1Marokko3,33%
    1Rumänien3,33%
    1Pakistan3,33%
    1Albanien3,33%
    1Türkei3,33%
    1unbekannt3,33%

    Soweit ich das überblicken konnte, war kein einziger der Täter der letzten drei Jahrzehnte illegal im Land aufhältig. Die größte migrantische Community in Südtirol (Stand 2021 lt. ASTAT) ist jene der Albaner/-innen, gefolgt von den Deutschen, den Pakistaner/-innen, den Marokkaner/-innen und den Rumän/-innen.3Jene der aus [anderen] italienischen Regionen zugewanderten Menschen wird [m. W.] nicht gesondert erfasst. Diese fünf Nationalitäten (jeweils mehr als 3000 Menschen) sind auch alle unter den Tätern vertreten. Bemerkenswert ist der Umstand, dass das Opfer des pakistanischen Täters Pakistanerin war, das Opfer des rumänischen Täters Rumänin und das Opfer des albanischen Täters ebenfalls Rumänin. Zwei Opfer deutscher Täter waren Österreicherinnen. Bei 45% der Morde, die durch zugewanderte Täter begangen wurden, hatte das Opfer ebenfalls Migrationshintergrund. Zudem sind Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil nicht nur bei den Tätern, sondern auch bei den Opfern (23%) überrepräsentiert:

    Anz. OpferStaatsbürgerschaftAnteil
    27Italien (gesamt)77,14%
    24– Italien (dt. Name)68,57%
    3– Italien (it. Name)8,57%
    3Österreich8,57%
    2Rumänien5,71%
    1Bulgarien2,86%
    1Deutschland2,86%
    1Pakistan2,86%

    Trotz der geringen absoluten Zahlen habe ich eine Berechnung angestellt, welche Nationalitäten bzw. Sprachgruppen im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil bei den Tätern über- und unterrepräsentiert sind:

    StaatsbürgerschaftAnz. TäterFaktor
    Türkei143,95
    Österreich220,89
    Tunesien120,47
    Deutschland311,45
    Rumänien15,03
    Marokko14,95
    Pakistan14,74
    Albanien12,78
    – Italien (lad. Name)10,81
    – Italien (dt. Name)130,70
    Italien (gesamt)180,67
    – Italien (it. Name)40,57

    Beispielsweise sind nur 0,32% der Menschen in Südtirol Österreicher/-innen. Ihr Anteil an den Frauenmördern der vergangenen 31 Jahre liegt allerdings bei 6,67%, ist also um das 21-fache höher. Hingegen liegt der Anteil der inländischen Mörder mit italienischem Nachnamen nur bei rund der Hälfte des Bevölkerungsanteils.4Italienische Staatsbürger/-innen italienischer Muttersprache.

    Die Präsenz ausländischer Täter – mit Ausnahme der Deutschen – ist ein jüngeres Phänomen, das auch mit dem Wachstum des Ausländeranteils korreliert. Zwischen 1992 und 2011 gab es nur inländische Täter bzw. die drei Täter aus Deutschland. 1992 betrug die Zahl der Ausländer/-innen im Land knapp über 5000, 2001 knapp über 15.000 und 2011 knapp unter 40.000. 2021 lag die Zahl der Ausländer/-innen in Südtirol bei über 52.000. Seit 2012 waren 50% der Täter nicht italienische Staatsbürger (2 Österreicher, 1 Tunesier, 1 Albaner, 1 Marokkaner, 1 Pakistaner, 1 Rumäne und 1 Türke).

    Über die Dekaden gesehen ist die Zahl der Morde an Frauen schwankend. So geschahen 15 (43%) der vom Frauenmarsch gelisteten 35 Femizide zwischen 1992 und 2001. Von 2002 bis 2011 gab es “nur” 4 (11%). Danach gab es wiederum einen starken Anstieg auf 13 (37%) zwischen 2012 und 2021, wobei allein im Horrorjahr 2018 fünf Frauen ermordet wurden. In den Jahren 2022 und 2023 wurden bislang insgesamt 3 Femizide (9%) gezählt.

    Trotz dieser erschütternden Verbrechen und der Tatsache, dass noch viel mehr gegen diese Art von Gewalt getan werden muss, zählen diese Zahlen im internationalen Vergleich zu den niedrigsten weltweit. Das ist zwar alles andere als eine Jubelmeldung und kein Trost, aber es sollte ein Ansporn sein, die Situation weiter zu verbessern und erst recht keine Verschlechterung hinzunehmen. Laut den Zahlen von Eurostat,5Die Mordraten in den meisten EU-Ländern zählen zusammen mit einigen Ländern Asiens und Ozeaniens zu den niedrigsten auf der Welt. die für die Jahre 2011 bis 2020 vorliegen, liegt Italien bezüglich der Zahl der getöteten Frauen pro 100.000 Einwohner/-innen im Durchschnitt dieser Jahre auf Platz 26 (0,331 pro 100.000) von 27 EU-Ländern. Nur in Irland (0,148 pro 100.000) wurden in besagtem Zeitraum in Bezug auf die Bevölkerungszahl weniger Frauen ermordet. Österreich (0,523) liegt auf Platz 16, Deutschland (0,444) auf Platz 21. Die meisten Morde an Frauen werden in den baltischen Staaten verübt. Am unrühmlichen ersten Platz steht Lettland (2,430). Trotz des Annus horribilis 2018 ist der Wert für Südtirol in diesem Zeitraum6vorausgesetzt die vom Frauenmarschteam publizierte Auflistung ist taxativ mit 0,228 pro 100.000 noch niedriger als jener Italiens.

    Cëla enghe: 01 02 || 01

    • 1
      Der Ausländeranteil in Südtirol ist in den vergangenen 30 Jahren stark gestiegen. Das bringt beim prozentuellen Vergleich der Herkunft der Täter zwangsläufig eine Unschärfe mit sich, weil ich für alle Vergleiche zur Situation als Referenzjahr 2021 verwendet habe. Grobe Trends lassen sich dennoch erkennen.
    • 2
      Da in der Berichterstattung zu den Mordfällen die Sprachgruppenzugehörigkeit natürlich nicht angegeben wird, habe ich aufgrund von Vor- und Nachname auf die Sprachgruppe geschlossen. Das ist zwar eine weitere Unschärfe, aber aufgrund der geringen Fallzahlen (1 Femizid = 3% aller 35 Femizide) geht es weniger um eine prozentgenaue Auflistung als vielmehr um grobe Tendenzen.
    • 3
      Jene der aus [anderen] italienischen Regionen zugewanderten Menschen wird [m. W.] nicht gesondert erfasst.
    • 4
      Italienische Staatsbürger/-innen italienischer Muttersprache.
    • 5
      Die Mordraten in den meisten EU-Ländern zählen zusammen mit einigen Ländern Asiens und Ozeaniens zu den niedrigsten auf der Welt.
    • 6
      vorausgesetzt die vom Frauenmarschteam publizierte Auflistung ist taxativ


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  • Bademeister: Nazi im öffentlichen Dienst.
    Brixen

    Einsprachig italienische Bademeisterinnen waren gestern. Inzwischen tragen (weiterhin einsprachige) Rettungsschwimmer in öffentlichen Einrichtungen Südtirols schon offen Nazisymbole zur Schau, so wie hier in der Brixner Acquarena:

    Der Mann im Bild zeigt auf dem rechten Unterschenkel eine Odal-Rune, die als Symbol der Hitlerjugend und der SS gilt. Auf dem linken Unterschenkel ist eine Wolfsangel zu sehen, die ebenfalls ein SS-Symbol darstellt. Beide sind in Deutschland als Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen verboten. Zudem trägt der Bademeister an den Unterarmen jeweils die Zahl 8 in Frakturschrift — zusammen als Zahl 88 eine Chiffre für Heil Hitler.1H ist der achte Buchstabe im Alphabet.

    Ganz besonders skandalös ist dies, da der Bademeister einer Einrichtung, die sich überdies in öffentlichem Besitz befindet, als Vertrauensperson über die Sicherheit der Badegäste zu wachen und zudem eine gewisse Verfügungsgewalt innehat. Die Symbole, die hier selbstbewusst ohne jede Verschleierung zur Schau getragen werden, sind nicht nur eine inakzeptable politische Botschaft, sondern dazu angetan, bei den Badegästen für Unbehagen zu sorgen — das ist schon bei mir als Demokrat und Antifaschist so, doch das dürfte auf Badegäste, die einer religiösen, ethnischen oder sexuellen Minderheit angehören, die eine Beeinträchtigung haben oder sonst nicht dem entsprechen, was Rechtsextremisten als »Norm« empfinden, noch wesentlich beängstigender wirken. Umso mehr, als die nazi-faschistische Symbolik für verbrecherische Regimes steht, die Millionen Menschen mit diesen Eigenschaften aktiv diskriminierten und ermorden ließen. Wie soll sich jemand von einem Anhänger dieser menschenverachtenden Ideologien geschützt fühlen und darauf vertrauen können, im Ernstfall gerettet zu werden?

    Welcher Eindruck bei internationalen Gästen entstehen mag, denen die Symbole und die Art auffallen, wie sie hier völlig ungeniert von einem Bademeister zur Schau gestellt werden, will ich mir gar nicht vorstellen.

    Diesbezüglich zum Vergleich: Während hierzulande ein öffentlich Bediensteter (bzw. der Angestellte eines Konzessionärs) mit Nazisymbolik am Körper herumstolziert, wurde vor knapp einem Monat in Oberösterreich ein Mann verhaftet, der in einem Freibad — als einfacher Badegast! — mit rechtsextremen Tätowierungen gesehen wurde. Wegen des Verdachts der Wiederbetätigung drohen ihm schwere Konsequenzen. Grüne, Neos und SPÖ kritisierten sogar, dass die Polizei nicht unmittelbar einschreiten und den Mann aus dem Freibad abführen wollte, sondern erst nachträglich tätig wurde. Die grüne Rechtsextremismus-Sprecherin Anne-Sophie Bauer nannte dies gar eine »Kapitulation vor dem Rechtsextremismus«.

    Doch Grenzen gibt es in Europa ja angeblich nicht mehr — der etwas unterschiedliche Umgang in Österreich und im Meloni-Land Italien (einschließlich Südtirol) muss dann wohl einfach Zufall sein.

    Cëla enghe: 01 02 03 || 01 02 03

    • 1
      H ist der achte Buchstabe im Alphabet.


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