Netzwerktreffen mit der Neonazi-Gruppe „Aktverein“ im Haus Anderlan: Und am Ende noch ein Gruppenfoto mit „White-Power“-Gruß
Mitte Juli lud Jürgen Wirth Anderlan zahlreiche Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Aktverein“ zu einem Treffen zu sich nach Hause ein. Das Treffen hatte einen politischen Charakter – inklusive Gruppenfoto mit „White-Power-Gruß“. Der „Aktverein“ ist eine junge, gewaltaffine Gruppe, die online mit Nazi-Verherrlichung wirbt. Wir fordern: Mit diesem Treffen hat Anderlan wieder einmal gezeigt, wo er steht; gegen die Neonazi-Gruppe muss aktiv vorgegangen werden.
Aktuelles Bild- und Videomaterial belegt enge Kontakte des Südtiroler Landtagsabgeordneten Jürgen Wirth Anderlan (Liste JWA) zur rechtsextremen Gruppierung „Aktverein Kaltern“. Neben seiner öffentlichen Unterstützung für Akteure der sogenannten Neuen Rechten (Einladung des Identitären-Sprechers Martin Sellner 2025) belegen neu aufgetauchte Aufnahmen sowohl öffentliche als auch private Zusammentreffen des Politikers mit Mitgliedern der rechtsextremen Vereinigung.
NS-Propaganda und rechtsextreme Symbolik
Seit August 2025 existiert in der Gemeinde Kaltern eine aktive rechtsextreme Jugendgruppe namens „Aktverein Kaltern“ (wir berichteten), die ihre Aktivitäten regelmäßig in den sozialen Netzwerken dokumentiert. Auf Instagram teilen die Mitglieder Inhalte mit Bezug zum Nationalsozialismus, darunter Propagandagrafiken aus der NS-Zeit und SS-Symbole. Letztere werden auch in Form von Aufklebern im Gemeindegebiet verbreitet.
Bei Gruppentreffen zeigen die Jugendlichen wiederholt den Hitlergruß sowie das bereits genannte „White Power“-Handzeichen. Fotos davon werden auf Social Media verbreitet. Auf einer der Aufnahmen ist ein Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust eines Mitglieds zu sehen. Ob echt oder nicht – die Botschaft ist unmissverständlich. Die Vermutung liegt nahe, dass Hakenkreuz-Schmierereien auf Ortsschildern (z. B. St. Pauls im Juni 2026) auch auf das Konto der Gruppe gehen. In den letzten Monaten hat sich die Gruppe stark radikalisiert und verbreitet nun offen rassistisches, völkisch-nationales und queerfeindliches Gedankengut. So unterstützte sie auch die „Remigrations“-Demonstration der faschistischen CasaPound-Gruppe in Bozen.
Die Gruppierung ist aufgrund gewalttätiger Übergriffe und Sachbeschädigungen polizeibekannt. Strafbescheide werden wie Trophäen gesammelt und im Netz veröffentlicht – inklusive der Namen von ermittelnden Carabinieri-Beamten. Der „Aktverein“ besteht zum Großteil aus in Kaltern und Umgebung ansässigen jungen Männern und Jugendlichen. Nachdem die Neonazis ihr Profil sowie alle Beiträge privat stellten, war es antifaschistischen Aktivist:innen weiterhin möglich, das Profil einzusehen und neues Material zu sichern. Liej inant / Weiterlesen / Continua →









