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  • Il paradosso di Taxell.
    Scuole plurilingui

    Christoffer Taxell dello Svenska folkpartiet è stato ministro della giustizia della Finlandia dal 1979 al 1987 e ministro dell’istruzione dal 1987 al 1990, ed è a lui che generalmente viene attribuito un concetto fondamentale della politica linguistica del suo paese, dove vige un bilinguismo finlandese-svedese generalizzato. Questo concetto, conosciuto come «paradosso di Taxell», afferma che le soluzioni monolingui svedesi, come scuole o media, sono le più efficaci per preservare il bilinguismo, mentre le soluzioni bilingui tendono sempre a favorire la lingua finlandese dominante, e in definitiva il monolinguismo.

    Taxell stesso non ritiene che tale concetto possa essere considerato un paradosso. Ad ogni modo la sua affermazione, riconducibile a un discorso d’inaugurazione di una scuola nel 1985, ricorda vagamente il famoso «je besser wir uns trennen, desto besser verstehen wir uns» di Anton Zelger (SVP).

    Ad oggi i sistemi scolastici svedese e finlandese rimangono separati in Finlandia, e sono quasi sempre separati fisicamente tra di loro anche gli edifici scolastici. Laddove ciò non è il caso, sovente vengono adottate soluzioni architettoniche particolari per mantenere ambiti separati. Inoltre la Strategia per le Lingue Ufficiali del governo finlandese, adottata nel 2012, stabilisce esplicitamente che gli istituti scolastici non sono scuole di lingue.

    La Finlandia è considerata uno dei paesi più avanzati al mondo sia per quanto riguarda le sue politiche sociali sia per la tutela della minoranza svedese. Inoltre, è all’avanguardia nelle politiche educative in generale, con risultati eccellenti in varie classifiche internazionali.

    Al sistema scolastico sudtirolese, con scuole a lingua d’insegnamento tedesca o italiana, spesso separate fisicamente, vengono spesso mosse pesanti critiche di arretratezza e di chiusura. Non di rado la richiesta di istituire scuole miste o di introdurre l’immersione linguistica viene avanzata definendole soluzioni «europee».

    Anche per questo trovo interessante — per non dire: sorprendente — che in realtà non siamo per nulla distanti da ciò che viene fatto altrove, ad esempio, appunto, in uno dei paesi più evoluti del continente.

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  • Kann Südtirol Staat?
    Neuerscheinung

    Buchvorstellungen

    • Gries: Di 15. April 2025 – 20.00 Uhr – Kulturheim
    • Lajen: Mi 16. April 2025 – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Truden: Do 24. April 2025 – 20.00 Uhr – Bibliothek

    Zurückliegende Termine (Aufstellung ausklappen)
    • Aldein: Sa 25. Jänner 2025 – 19.30 Uhr – Pfarrheim
    • Niederdorf: Sa 23. November 2024 – 19.30 Uhr – Hotel Emma
    • Marling: Mi 29. Mai 2024 – 20.00 Uhr – Vereinshaus
    • Montan: Do 23. Mai 2024- 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Toblach: Mi 15. Mai 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Celovec: Če 25. april 2024 – 18.00 uri – Knjigarna Mohorjeva-Hermagoras
    • Wien: Mi 17. April 2024 – 20.00 Uhr –  sh.asus.wien, Schwarzspanierstr. 15
    • Wien: Di 16. April 2024 – 17.30 Uhr – Österreichisches Parlament
    • Mölten: Do 11. April 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Glurns: Mo 25. März 2024 – 20.00 Uhr – Gemeindehaus (3. Stock)
    • Laas: Do 21. März 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Ahrntal: Fr 15. März 2024 – 20.00 Uhr – Mittelschule St. Johann
    • Tirol: Di 12. März 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Kastelruth: Do 7. März 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek Seis
    • Leifers: Do 29. Februar 2024 – 20.00 Uhr – Deutsche Bibliothek
    • Vintl: Di 27. Februar 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Schenna: Fr 23. Februar 2024 – 20.00 Uhr – Vereinshaus
    • Eppan: Do 1. Februar 2024 – 20.00 Uhr – Bibliothek St. Pauls
    • Freienfeld: Fr 19. Jänner 2024 – 18.00 Uhr – Gasthaus Post Maria Trens
    • Innsbruck: Di 9. Jänner 2024 – 20.00 Uhr – Geiwi-Turm
    • Villnöß: Di 12. Dezember 2023 – 20.00 Uhr – Feuerwehr St. Peter
    • Auer: Do 7. Dezember 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Sëlva: Ju 23. nuvëmber 2023 – 20.00 ëures – Tublà da Nives
    • Margreid: Di 21. November 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Kaltern: Mi 15. November 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek
    • Latsch: Di 14. November 2023 – 20.00 Uhr – Bildungshaus Schloss Goldrain
    • Karneid: Do 9. November 2023 – 20.00 Uhr – Vereinshaus Steinegg
    • Völs: Do 26. Oktober 2023 – 20.30 Uhr – Stanglerhof
    • Salurn: Do 19. Oktober 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek Herrenhof
    • Brixen: Di 17. Oktober 2023 – 19.30 Uhr – Cusanus-Akademie
    • Andrian: Fr. 6. Oktober 2023 – 20.00 Uhr – Pfarrsaal
    • Tramin: Do 28. September 2023 – 20.00 Uhr – Bürgerhaus
    • St. Pankraz: Di 19. September 2023 – 20.00 Uhr – Bürgersaal
    • Sarntal: Mi 30. August 2023 – 20.00 Uhr – Turm Kränzelstein
    • Gais: Do 3. August – 20.00 Uhr 2023 – Feuerwehrhalle
    • Meran: Mi 2. August – 19.30 Uhr 2023 – OstWestCountryClub
    • St. Leonhard i. P.: Sa 15. Juli 2023 – 19.30 Uhr – Jaufenburg
    • Weißenbach/Ahrntal: Do 6. Juli 2023 – 19.30 Uhr – Vereinshaus
    • Eppan: Di 4. Juli 2023 – 19.30 Uhr – Tannerhof, Girlan
    • Schlanders: Mo 12. Juni 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek Schlandersburg
    • Bozen: Fr 9. Juni 2023 – 14.30 Uhr – Palais Widmann (Gedenken an Silvius Magnago)
    • Nals: Do 8. Juni 2023 – 20.00 Uhr – Kulturtreff Sonne
    • Partschins: Mo 5. Juni 2023 – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Vahrn: Mi 31. Mai 2023 – 19.30 Uhr – Bibliothek
    • Bozen: Di 23. Mai 2023 – 19.30 Uhr – Bibliothek Haslach
    • Eppan: Mo 8. Mai 2023 – 20.00 Uhr – Bibliothek St. Michael
    • Kurtatsch: Mi 19. April 2023 – 20.00 Uhr – Kulturhaus
    • Bozen: Do 13. April 2023 – 14.00 Uhr – Filmsaal des Landtags

    Angaben ohne Gewähr · Infos: noiland.org

    Der Verein Noiland Südtirol – Sudtirolo hat am 23. März 2023 im Rahmen einer Pressekonferenz bei der Eurac in Bozen sein Weißbuch zur Südtiroler Eigenstaatlichkeit vorgestellt.

    Kann Südtirol Staat? — so der Titel der umfangreichen Publikation — entstand in Zusammenarbeit mit zahlreichen Expertinnen und unter der Aufsicht eines wissenschaftlichen Beirats. Die Autorinnen der insgesamt 40 Kapitel gingen der Frage nach, ob Südtirol als eigenständiger Staat bestehen kann und gelangten zum Schluss, dass das Land die politisch-demokratischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen hat, als unabhängiger Staat erfolgreich zu sein, so wie Luxemburg, Malta, Island oder die drei baltischen Staaten.

    Beitrag zur Versachlichung

    Der europäische Einigungsprozess spielt dabei eine wichtige Rolle, da sich im Zuge dieser Entwicklung für die europäischen Regionen neue Spielräume eröffnen. Im Buch wird nachvollziehbar aufgezeigt, welche Schritte erforderlich wären, um einen unabhängigen Staat zu gründen. Dargelegt werden Chancen, aber auch Risiken, Bedingungen und mögliche Strategien.

    Noiland bekennt sich ausdrücklich zur Rechtsstaatlichkeit und gibt an, dass ein Prozess zur Erlangung der Unabhängigkeit bevorzugt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem italienischen Staat erfolgen sollte. Dadurch wäre ein rechtlich und politisch unstrittiges Ergebnis gewährleistet.

    Die Autorinnen — mit unterschiedlicher Haltung zur Eigenstaatlichkeit — beschäftigten sich eingehend mit der Frage, wie weit die politische Mitbestimmung gehen kann und was Demokratie darf. Soll es in einem geeinten Europa möglich sein, einen neuen Staat zu gründen, wenn die Mehrheit der betroffenen Bevölkerung es wünscht?

    Das Autorenteam unterstreicht, dass ein Südtiroler Staat nur als gemeinsame Anstrengung aller hier lebenden Sprachgruppen gelingen kann. Ein unabhängiges Südtirol soll und muss allen offenstehen und zur Heimat werden.

    Kann Südtirol Staat? ist ein Blick in eine vielleicht gar nicht so entfernte Zukunft. Die Idee zu dieser Publikation entstand vor fast zehn Jahren, als die Regionalregierungen in Schottland und Katalonien in Weißbüchern wichtige Fragen zur Unabhängigkeit einfach und verständlich erklärten.

    Kann Südtirol Staat?
    Noiland (Hrsg.)
    Bozen, 2023 – UVP € 19,90
    ISBN 979-12-210-0918-7
    www.noiland.org

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  • Blick aus dem Zugfenster kurz vor dem Bhf. Brenner.

    von Werner Pramstrahler

    eisack.keinesteilefelsenkluftmehr.
    sprung.vomSattelbergindenmüll.
    ab.sigmunds.kronbiszurklaus:
    weitertrostlos.stinktsheraus.

    ob.straßenrand.eisenbahn.autobahn.
    müll.dappertutto.auch nebenan.
    südtirol.wieblind.geworden.
    brauchtböcke:wolf.bär.migrant.

    treuezurheimat:nurnochleeres.geheule.
    stattdessen:lkw.salvini.meloni.ohnereue.
    Gaismair:ciaré plü inant.

     



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  • Bonjour? Gerne, aber nicht in Flandern.
    Belgische Staatsbahn

    Wie Radio France berichtet, hat das »Bonjour« eines Zugbegleiters in Flandern zu Verstimmungen geführt. In einem Waggon habe der Schaffner der Staatsbahn NMBS/SNCB an ein niederländisches »Goeiemorgen« ein französisches »Bonjour« gehängt, obwohl der Zug in Richtung Brüssel sich in dem Augenblick noch in Flandern befunden habe. Den geltenden Regeln zufolge hätte er nur auf Niederländisch grüßen dürfen. Ein Passagier habe den Zugbegleiter zunächst auf den Fehler hingewiesen, dann aber auch eine offizielle Beschwerde eingereicht.

    Radio France weist darauf hin, wie detailliert die Amtssprachen in Belgien geregelt sind: In Wallonien werde Französisch gesprochen, in Flandern Niederländisch. Im zweisprachigen Brüssel seien Ankündigungen in beiden Sprachen vorgesehen, allerdings mit Vorrang der Niederländischen Sprache im Nordbahnhof und Vorrang des Französischen im Südbahnhof. Am Hauptbahnhof werde die Reihenfolge jede Woche geändert.

    Die Debatte um den Fehler des Schaffners sei bis zum Bundesparlament vorgedrungen, da die Sprachangelegenheiten in einem zweisprachigen — in Wirklichkeit dreisprachigen1Niederländisch, Französisch und Deutsch — Königreich alles andere als unerheblich seien. Die Flaminnen hätten lange Zeit gedacht, dass ihre Sprache vom Französischen verdrängt werden könnte.

    Der »perfekt französischsprachige« Abgeordnete Sammy Mahdi, seines Zeichens Vorsitzender der flämischen Christdemokratinnen (CD&V), gibt — laut der belgischen Zeitung Dernière Heure, auf die Radio France verweist — zu bedenken, eine Lockerung der geltenden Regeln könne zur Folge haben, dass etwa Zugewanderte in Flandern nicht mehr die Notwendigkeit spüren, die niederländische Sprache zu erlernen. Am Ende würde sich dann hauptsächlich Französisch durchsetzen. Mahdi hat selbst einen Migrationshintergrund.

    In Belgien nimmt man es also mit den Sprachrechten sehr genau — während man in Südtirol oft schon als Erbsenzähler gilt, wenn man darauf pocht, dass die deutsche Sprache überhaupt berücksichtigt wird.

    (Allerdings nimmt man es auch hierzulande sehr genau, wenn es um die italienische Sprache geht.)

    Zugschaffnerinnen wechseln übrigens auch in der Schweiz an den Sprachgrenzen die Sprachen bzw. auch die Reihenfolge, in der sie sie benutzen.

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    • 1
      Niederländisch, Französisch und Deutsch


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  • Sonderlandtag zu Autonomiereform beantragt.

    Die gesamte Opposition im Südtiroler Landtag hat einen Antrag des Abgeordneten Andreas Leiter Reber (Freie Fraktion) unterzeichnet, mit dem die Einberufung eines Sonderlantags über die Wiederherstellung und die Reform der Südtirolautonomie gefordert wird. Laut Autonomiestatut (Art. 49) wird eine außerordentliche Sitzung des Landtags einberufen, wenn dies mindestens ein Fünftel der im Amt befindlichen Abgeordneten wünscht. Somit hätte die Unterschrift von sieben Abgeordneten gereicht — dass es 17 wurden, ist ein deutliches Zeichen in Richtung der politischen Mehrheit.

    Nach dem Wunsch der Opposition sollen die Landtagsabgeordneten als direkt gewählte Vertreter der Bevölkerung die Möglichkeit erhalten, die im Rahmen der Verhandlungen zwischen Landes- und Zentralregierung geplanten Änderungen am Autonomiestatut zu prüfen und eine Stellungnahme zu den einzelnen Punkten abzugeben.

    Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (FdI) hatte sich dazu bereit erklärt, die seit der Verfassungsreform 2001 verlorengegangenen Zuständigkeiten wiederhertzustellen. Inzwischen ist aber von einer Reform die Rede, bei der auch der Minderheitenschutz geschwächt werden könnte.

    Als vorauseilende Gegenleistung für die erhoffte Wiederherstellung hatte sich die SVP bei der Vertrauensabstimmung im Zuge der Regierungsbildung enthalten. Nach der Wahl 2023 wurden unter anderem Melonis Fratelli d’Italia und die Lega1seit dem Parteiwechsel von Christian Bianchi: Forza Italia an der neuen Landesregierung beteiligt.

    Die Autonomieverhandlungen sind von Rückschlägen, Verzögerungen und Drohungen gekennzeichnet. Genaue Informationen über den Inhalt der bisherigen Entwürfe wurden bislang nicht veröffentlicht.

    Wie Andreas Leiter Reber in einer Pressemitteilung festhält, kann der Landtag bei Vorlagen zur Änderung des Autonomiestatuts, die von der Regierung oder von Parlamentsabgeordneten eingebracht werden, lediglich eine Stellungnahme abgeben.2Geschäftsordnung des Südtiroler Landtags, Artikel 108-ter Eine inhaltliche Arbeit am Entwurf, einschließlich der Abänderung einzelner Artikel, sei nicht vorgesehen. Dass bei der Änderung der »Landesverfassung« kein breiter Konsens — etwa eine Zweidrittelmehrheit — vorgeschrieben ist, zeige, dass das Autonomiestatut diesbezüglich »demokratische Lücken aufweist«.

    Die Hoffnung ist nun, dass die Abgeordneten im Zuge des Sonderlandtags Einsicht in die geplante Reform erhalten und sich wenigstens informell auch zu den einzelnen geplanten Änderungen äußern können. Eine offizielle Stellungnahme ist nur im Ganzen möglich und für den weiteren Verlauf der Verhandlungen nicht bindend.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06

    • 1
      seit dem Parteiwechsel von Christian Bianchi: Forza Italia
    • 2
      Geschäftsordnung des Südtiroler Landtags, Artikel 108-ter


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  • Minderheitenpolitik in der Krise?
    Annual Minority Rights Lecture

    Europas Minderheiten in den 2020er-Jahren – Einblicke aus Südtirol, Katalonien, Baskenland und Kärnten/Koroška

    Grafik: Center for Autonomy Experience

    Europa ist die Heimat von über 340 autochthonen Minderheiten, die insgesamt rund 100 Millionen Menschen repräsentieren. In der Europäischen Union existieren neben 24 Amtssprachen mehr als 60 anerkannte Regional- und Minderheitensprachen, die von etwa 40 Millionen Menschen gesprochen werden. Doch die politischen Vorzeichen der »goldenen« 1990er Jahre, die von Fortschritten im Bereich der Minderheitenrechte geprägt waren, scheinen sich inzwischen umgekehrt zu haben. Wirtschaftliche Unsicherheit, soziale Spannungen, Migrationsbewegungen und geopolitische Konflikte haben nationalistische und zentralstaatliche Kräfte wieder erstarken lassen. Dies führt auch dazu, dass die Sensibilität für Minderheiten – ob ethnisch, gesellschaftlich oder sexuell – schwindet. Sowohl »alte«, autochthone Minderheiten als auch »neue« minoritäre Gruppen geraten zunehmend unter Druck. Zugleich zeigt sich, dass Errungenschaften der Minderheitenpolitik, wie etwa der Schutz der kulturellen und sprachlichen Identität, neu verhandelt werden müssen. Anhand von vier europäischen Beispielen — Südtirol, Katalonien, Baskenland und die Kärntner Slowenen — wollen wir die aktuelle Situation von Minderheiten- und Autonomiegebieten genauer unter die Lupe nehmen.

    Die Veranstaltung nähert sich der Thematik anhand von Impulsreferaten und einer Podiumsdiskussion mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Aktivistinnen. Fragen und Diskussionsbeiträge aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht.

    Programm
    • 18.00 – 18.05 Uhr: Begrüßung: Günther Rautz (Institut für Minderheitenrecht, Eurac Research)
    • 18.05 – 18.45 Uhr: Impulsreferate geben Einblicke aus Südtirol, Katalonien, dem Baskenland und Kärnten/Koroška:
      • Oskar Peterlini (Vertragsprofessor, Freie Universität Bozen und Senator em.): »Südtirols Autonomie und die geplanten Änderungen des Staatsaufbaus und der Regierungsform in Italien«
      • Peter A. Kraus (Professor, Universität Augsburg): »Katalonien nach dem Scheitern der Unabhängigkeit: Von der Sackgasse zur Chance?«
      • Matthias Scantamburlo (Assistenzprofessor, Universidad de Deusto, Bilbao): »Das ruhige Jahrzehnt? Politische und soziale Transformation im Baskenland«
      • Ana Grilc (Aktivistin, Klagenfurt/Celovec und Wien/Dunaj): »5 nach 12 – Die Kärntner Slowen*innen zwischen Jubiläen und Existenzkampf«
    • 18.45-19.15 Uhr: Diskussion und Fragen aus dem Publikum. Moderation: Katharina Crepaz (Center for Autonomy Experience, Eurac Research)

    Die Veranstaltung findet am 10. April 2025 (18.00-19.30 Uhr) in der Bibliothek der Eurac in Bozen statt. Sie wird vom Center for Autonomy Experience und von der Eurac in Kooperation mit der Universität Augsburg und der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) organisiert.

    (Sämtliche Inhalte dieser Ankündigung stammen aus dem offiziellen Veranstaltungshinweis)

    Cëla enghe: 01 02 03



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  • AfLB – Segnalazioni ancora in aumento.

    Il numero delle segnalazioni ricevute dall’Amt für Landessprachen und Bügerrechte / Ufficio per le lingue ufficiali e i diritti civici (AfLB) è ancora una volta aumentato sensibilmente, anche nel 2024.

    È quel che emerge dalla risposta a un’interrogazione di STF fornita recentemente dal Landeshauptmann (assieme a un più dettagliato allegato):

    Per la prima volta l’anno scorso sono state presentate anche delle segnalazioni per il mancato rispetto della lingua italiana (2 su 76), mentre ancora una volta non si sono registrate segnalazioni relative alla lingua ladina.

    Da quando l’AfLB è entrato in servizio, i casi di cui si è occupato sono progressivamente aumentati ogni anno, dai 18 del 2020 passando per i 54 del 2023 e arrivando ai 76 dell’anno 2024 (+41% rispetto all’anno precedente), per un totale di 201.

    Oltre il 99% delle segnalazioni ha riguardato il mancato rispetto della lingua tedesca e meno dell’1% la lingua italiana.

    Non è comunque dato sapere quante denunce hanno riguardato situazioni effettivamente illegali e quante invece no. Diversamente da ciò che avviene in altri paesi, ad esempio in Canada, per ora l’AfLB non sembra fare distinzioni tra denunce ricevibili e non.

    Dalla risposta del Landeshauptmann si evince, invece, che dei 76 casi segnalati l’anno scorso, 20 sono ancora in fase di risoluzione, mentre gli altri (56) sono già stati conclusi.


    Per chi ne avesse bisogno, i contatti di AfLB sono landessprachen.buergerrechte[at]provinz.bz.it per quanto riguarda l’e-mail convenzionale e lb-ld[at]pec.prov.bz.it per quella certificata.

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 07 | 08 09



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  • Einsprachigkeit im Krankenhaus Bozen.

    Kürzlich war ich im Bozner Landeskrankenhaus, wo ich auch ein wenig die »strukturelle« Einsprachigkeit dokumentiert habe, die mit Personalmangel nichts zu tun hat und ein weiterer Hinweis darauf ist, dass die Zweisprachigkeitspflicht vom Sabes grundsätzlich nicht wirklich ernst genommen wird.

    Anders als im Krankenhaus Bruneck, das auch für Badia zuständig ist, ist im Krankenhaus Bozen, in dessen Einzugsgebiet auch Gherdëina fällt, von der ladinischen Sprache so gut wie keine Spur.

    Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebe ich selbstverständlich nicht, weil ich nur einen kleinen Teil des Gebäudes gesehen habe und der Zweck meines Besuchs ja nicht der war, eine Fotoreportage zu erstellen. Weshalb ich noch nicht einmal alle Missstände festgehalten habe, die mir aufgefallen sind. Das ging eher so nebenbei.

    Mit der Marginalisierung der deutschen Sprache fängt es schon in der Tiefgarage an, sowohl bei der Beschilderung als auch bei den nur auf Italienisch beschrifteten Kassenautomaten:

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    Im Krankenhaus selbst sind sogar sicherheitsrelevante Hinweise, wie die auf das Verhalten im Brandfall oder auf den Zugang zum Löschschlauch, nur auf Italienisch und Englisch, nicht aber auf Deutsch verfügbar:

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    In den Aufzügen zeigen die Displays einsprachig die »prossima fermata« an, weil es offenbar zu aufwändig war, sie mehrsprachig zu programmieren. Unter dem einsprachigen Titel »Teleallarme attivo 24 ore su 24« gibt es immerhin auch einen Notfallhinweis in deutscher Sprache, doch selbst der ist nicht nur zweitgereiht, sondern auch noch zusätzlich grafisch untergeordnet. Und der Aufkleber mit der Information über die maximale Nutzlast und die Anzahl der Personen — sowie mit dem Hinweis, dass nicht begleitete Minderjährige unter 12 Jahren nicht mitfahren dürfen — ist einsprachig italienisch. Ebenso einsprachig sind auch zahlreiche Informationen auf medizinischem Gerät und Anlagen (Bild ganz rechts).

    Bilder zum Vergrößern anklicken

    Abgerundet wird die »einsprachige« Erfahrung von den Konzessionären: Die Bar, in der es unmöglich war, sich auf Deutsch bedienen zu lassen, wird von der Firma Sirio geführt. Offenbar war Zweisprachigkeit und somit das Wohlbefinden der Patientinnen deutscher Muttersprache kein Vergabekriterium — oder es wird nicht überwacht. Kurioserweise sensibilisiert Sirio mit einem roten Stuhl dafür, dass Männergewalt tötet und die Rechte und Freiheiten der Frauen untergräbt — tut dies aber nur auf Italienisch und untergräbt damit selbst wieder die Rechte der deutschsprachigen Südtirolerinnen (vgl. 01 02).

    Dass sich schließlich auch ein Südtiroler Familienbetrieb wie Markas direkt im neuen Eingangsbereich nur auf Italienisch nach der Meinung der Nutzerinnen erkundigt, hat mich dann doch überrascht.

    Zweierlei Maẞ

    Für besonders aufschlussreich halte ich, dass Gesundheitslandesrat Thomas Widmann (damals SVP) im Jahr 2019 auf Fingerzeig von Alessandro Urzì (damals AAnC/FdI) einsprachig deutsche Zusatzinformationen im Krankenhaus Meran sofort entfernen ließ, obwohl sie durch Piktogramme veranschaulicht wurden und ohnehin keinerlei Relevanz für die Patientinnen hatten.

    Im Jahr 2022 bemängelte Urzì dann sogar noch, dass der Internetzugang im Bozner Krankenhaus von einer Firma aus Welsberg (ohne Tolomei-Übersetzung des Ortsnamens) bereitgestellt wird. Um jede Gefahr für die Nutzenden zu bannen, ließ Landeshauptmann Arno Kompatscher (SVP) sofort intervenieren.

    Gleichzeitig findet man in Südtirols Krankenhäusern aber an jeder Ecke einsprachig italienische Schilder und Hinweise.1Dies ist nicht auf Bozen beschränkt. In anderen Krankenhäusern habe ich es aber bislang nicht dokumentiert. Diese unterschiedliche Behandlung ist ein klareres Zeichen für die Ungleichwertigkeit der Amtssprachen Deutsch und Italienisch bzw. für die Minorisierung der deutschen Sprache. Und dies, während Deutsch auch im Umgang mit dem ärztlichen und nichtärztlichen Personal immer öfter zur Ausnahme wird.


    Nachtrag vom 2. April 2025: Einige weitere Fotos aus dem Bozner Krankenhaus, die ebenfalls zeigen, wie sicherheitsrelevante Hinweise häufig nur auf Italienisch verfügbar sind. Außerdem ist auch in einer weiteren Cafeteria, die nicht von Sirio, sondern von Hermes geführt wird, vieles einsprachig italienisch, einschließlich der Zutaten angebotener Produkte, die für Patientinnen sogar besonders relevant sein könnten.

    Bilder zum Vergrößern anklicken

    Cëla enghe: 01 02 03 04 05 06 | 07

    • 1
      Dies ist nicht auf Bozen beschränkt. In anderen Krankenhäusern habe ich es aber bislang nicht dokumentiert.


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